
Jura Examensvorbereitung
Das erste juristische Staatsexamen ist eine schwere, bei Teilen der Studierenden sogar gefürchtete Abschlussprüfung. Der Stoff ist umfangreich und komplex, und nicht immer fühlen sich die Jura-Studenten von ihren Universitätsprofessoren optimal vorbereitet
Dabei ist die Examensnote jedoch für die zukünftigen Berufsperspektiven entscheidend.
Seit Jahrhunderten nehmen Studenten der Rechtswissenschaft daher Repetitorien in Anspruch, d.i. zusätzlicher Unterricht bei privaten Lehrern oder Lehrinstituten. Ein Vorteil dieses Unterrichts gegenüber den universitären Vorlesungen besteht in den kleineren Gruppen. Statt einiger Hundert Studenten werden hier Arbeitsgruppen in Klassenstärke unterrichtet, und so es gibt viel mehr Gelegenheit für individuelle Rückfragen und Feedback. Zum anderen sind die Lehrer im Hauptberuf selbst oft genug Rechtsanwälte oder Richter, die einen stärkeren Bezug zur Praxis herstellen können als die Professoren.
Der Besuch dieser kommerziellen Lehrangebote ist teuer, kann jedoch bei der Examensvorbereitung sehr hilfreich sein. Die Skripte, welche von den Anbietern der Repetitorien zum Teil in hauseigenen Verlagen herausgegeben werden, können interessierte Studenten auch über den Buchhandel beziehen und eigenständig durcharbeiten.
Auch in einem solchen Selbstunterricht lässt sich ein weiterer Vorteil der Repetitorien nutzen, nämlich die Einbeziehung aller prüfungsrelevanten Rechtsgebiete bei gleichzeitiger Konzentration auf das Wesentliche. So mancher Jura-Professor setzt gerne seine individuellen Schwerpunkte, die nicht unbedingt den Inhalten der staatlichen Prüfungen entsprechen müssen. Die großen Anbieter lassen sich von Absolventen den Inhalt ihrer Prüfung wiedergeben, um ihr Programm für die Examensvorbereitung auf die Erfordernisse der Praxis auszurichten und das nötige Wissen sowie die Methodik der Fallbearbeitung innerhalb von ca. zwölf Monaten zu vermitteln.
Natürlich gibt es derartige Angebote auch für das zweite Staatsexamen, das sogenannte Assessorexamen im Anschluß an das Referendariat. Hier liegt der Schwerpunkt eher auf dem praktisch relevanten Fachwissen, während im ersten Staatsexamen die rechtlichen Grundlagen im Vordergrund stehen.
Selbstverständlich ist ein Repetitorium keine Garantie für ein Prädikatsexamen. Der Student muß selbst zum Lernen motiviert sein. Allerdings dürfte für viele Examenskandidaten der Austausch in der kleinen Gruppe – und wohl auch die finanzielle Investition eine Motivationshilfe sein.
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